Die Kultur des Dazwischens®

Glossar

     

INTERdisziplin & Transdisziplin     
Jede Disziplin bildet ihre Experten aus, die meistens auch noch eine eigene Sprachkultur entwickeln. Interdisziplinarität scheitert oft daran, dass sich Menschen mit unterschiedlichen Sprachbedeutungsräumen zwar austauschen, jedoch kaum Zeit auf das Zuhören und Verstehen des anderen Sprachraums verwenden. Der Experte neigt dazu, sich zu sehr in seinem Erfolgsmuster zu zentrieren, daher wagt er er weniger Grenzgang als am Beginn seiner Laufbahn und wirkt daher weniger "transdisziplinär". INTERdisziplin verstehen wir daher als die Kunst des lebendigen Grenzgangs, der schöpferischen, allparteilichen Metapostion zwischen Polaritäten. Wird INTERdisziplin so verstanden und gelebt, ereignet sie sich auf den Systemgrenzen (und nicht im Zentrum) und wirkt kreativ in den Zwischenraum. In diesem Sinne verstehen wir INTERdisziplin im Unterschied zu "Interdisziplinarität" - wo nur Zentren Standpunkte austauschen, weshalb häufig nur wenig in Bewegung kommt - als einen Ansatz, dem das Transdisziplinäre inhärent ist; kreative Voraussetzung um Bewegung ins System und/oder das Neue in die Welt zu bringen.    zurück 

     

Die Kultur des DAZWISCHENS     
Dieser Zwischenraum als Ort des Nichtwissens - die INTERdiszplin - bleibt häufig leer, wo er doch Ort des Potentiellen ist und Quelle der Kreativität sein könnte. Diesen Raum gilt es mit Leben zu füllen; hierfür ist eine „Kultur des Dazwischens“ zu erarbeiten. zurück

     

Identität & AUTHENTIZITÄT

Zwischen beidem gibt es für uns eine bedeutsame Unterscheidung, weil sie sich in der sozialen Wechselwirkung bemerkbar macht und damit nachhaltigen auf der Beziehungsebene wirkt. Während Identität ein Begriff ist, der in der intersystemischen Beziehungsebene greift, ist der Begriff Authentizität intrasystemisch zu verorten. Um diese beiden System-Dimensionen und ihr Zusammenwirken zu beschreiben und für die Eigenentwicklung nutzbar zu machen, bedarf es eines einfachen und praktikablen Modells (wir haben beispielsweise eins entwickelt).  zurück

 
FührungsKRAFT
Wird in jeder Organisation gebraucht; die Kraft einer Organisation lebt jedoch nicht nur von ihren Führungskräften, sondern von der Kraft zur eigenverantwortlichen Führung eines jeden Mitglieds. Und Führungskräfte stehen häufig dazwischen: zwischen oben und unten, Zielen und Menschen, zwischen Karriere und Familie. zurück

     

SELBST-Kontakt       
Woran kann sich Führungskraft orientieren? Wie arbeitet ein nachhaltiges Navigationssystem? Es bedarf einer sensiblen Wahrnehmung (Sensor, Körper) und einer intelligenten Steuerung (Modell, Geist). Nur wer mit sich selbst, seinen Bedürfnissen und Gefühlen in Kontakt steht, kann nachhaltig und gesund agieren. Wenn jedes lebende System eine "Selbst-Qualität" spürt, dann ist das offenbar auch etwas, das alle miteinander verbindet - das Lebendige. zurück 

     

ICH-Management, Werte & Haltung
"Haltung" setzt ein Praxis taugliches Ich-Management voraus, das einen Mehrwert jenseits des Eigenwerts sieht und auch anstrebt (in unserem Ansatz unterscheiden wir zwischen "Ich" und "Selbst"). Es braucht also ein intrasystemisches und damit subjektives Modell, das auf der Basis des Selbst-Kontakts rationale und emotionale Anteile in einen fruchtbaren und wertschätzenden Dialog bringt. Nachhaltiges Ich-Management bedeutet in unserem Verständnis, die inneren Anteile - vgl. "Wer bin ich und wenn ja wie viele?" (David Precht) - kreativ zu vernetzen. Das bildet die Basis für eine nachhaltig soziale Wechselwirkung im Außen.  zurück

     

SELBST-Steuerung
Eigenverantwortliches Handeln bedeutet entscheiden zu können und ebenso die Fähigkeit mit Unsicherheit bzw. Nicht-Wissen umgehen zu können. Die Willensfreiheit wird von manchen Neurobiologen seit einiger Zeit in Frage gestellt. Das Zusammenspiel von systemischem Ich-Management und Selbst-Steuerung wirkt nachhaltig auf die Entwicklung eigener Führungskraft. zurück

     

SYSTEMIK  & Empirische Systeme   
Das systemische Ansatz ist (ähnlich wie die Mathematik) meta-perspektiv und ist damit transdisziplinär anwendbar, d.h. tauglich für einen INTERdisziplin im oben genannten Sinn. Er wirkt in Bereichen wie Persönlichkeitsentwicklung (Coaching), Organisationsberatung, Teamentwicklung, Familien- und Paarberatung, Bildung und lebenslanges Lernen.
Systemik befasst sich mit soziale Systemen, deren prinzipielle Kennzeichen Komplexität und Unberechenbarkeit sind, und schaut besonders auf die Unterscheidung von System und Umwelt, auf die systeminterne Wechselwirkungen (Kommunikationen) und auf das übergeordnete Zusammenspiel von System und Umwelt (Meta-System) – daher hat Systemik immer einen nachhaltigen Blickwinkel.
Soziale Systeme sind im Gegensatz zu den analytischen Systemen der Kybernetik, die prinzipiell berechenbar sind, immer empirische Systeme. zurück

     

 

Modell & Realität

Und bei allem gilt: Ein "Bild" ist eine perspektivische "Abbildung" - vgl. Platons Höhlengleichnis vor über 2000 Jahren - und ein "Modell" hat stets eine Differenz zur Realität; die Systemiker zitieren hier gerne "Die Landkarte ist nicht die Landschaft ..." und beziehen sich (manchmal) auf Alfred Korzybski (1879-1950), dem Ingenieur und Linguisten, der 1938 in USA das "Institute for Genaral Semantics" gegründet hat und in seinem Hauptwerk "Science and Sanity" schreibt: „Die Landkarte ist nicht das Gebiet, aber wenn die Landkarte brauchbar ist, ist sie der Struktur des Gebietes ähnlich" ...

Soziale Systeme ... 

Mensch und Menschsein in sozialen Systemen heißt individuell und anpassungsfähig zugleich sein zu können. 

 

Physikalische Systeme ...

Die Natur kombiniert permanent Einzelbausteine (Moleküle, Teilchen o.ä.), die miteinander wechselwirken und Strukturen bilden - und auch können, weil sie individuell und anschlussfähig sind.

 

Ein Interaktionsbeispiel aus Natur und Technik:

Die Kármánsche Wirbelstraße

 

Bild: Bob Cahalan, NASA (>>)

 

 

Es handelt sich um eine Wolkenformation über der chilenischen Insel Robinson Crusoe, die aufgrund ihrer Lage und eines 916m hohen Berges bei Wissenschaftlern der Strömungs-mechanik ein äußerst interessantes und bekanntes Studienobjekt ist. 

 

Eine Insel im Meer, die aufgrund ihrer Interaktionen mit der Umwelt eine Spur hinterlässt ...

 

Eine Insel, die Daniel Defoe als Romanvorlage diente: ein Schiffbrüchiger strandet an einem Eiland und lernt zu überleben ...

 

In einer neuen Umwelt konfiguriert er sein System neu. Er lässt sich ein und lernt das Leben neu - er überlebt. 

 

System und Umwelt entwickeln sich entlang von Unterscheidungen. Sie fordern sich durch Unterscheidungen heraus und brauchen gleichzeitig einen Einklang. Das Subssystem braucht sozusagen den Eins-Klang mit dem größeren Ganzen, um zu überleben ... 

 

                   Information

                     ist ein Unterschied,

        der einen Unterschied macht.

                       Gregory Batson